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Mittwoche, 18.06.2003 / Chinareise.com
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Dienstag (17.06.2003) die Lungenkrankheit Sars für besiegt erklärt. WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland sagte bei einer Sars-Konferenz in Kuala Lumpur, die Welt habe die Ausbreitung des Erregers fast 100 Tage nach seinem ersten Auftreten gestoppt. Die WHO hob am Dienstag auch ihre Reisewarnung für Taiwan auf, die zur Eindämmung von Sars vor einem Monat verhängt worden war. Bereits am 23.05.2003 und 13.06.2003 hat die WHO die Reisewarnungen für die chinesische Sonderzone Hongkong sowie die Provinz bzw. Stadt Guangdong, Hebei, Shanxi, Tianjin und Innere Mongolei aufgehoben.
Auf der Liste der Sars-Gebiete mit möglicher lokaler Übertragungsgefahr beleibt nur noch die Hauptstadt Peking. Auch hier wurden in den letzten 14 Tagen insgesamt nur noch 2 neue SARS-Fälle gemeldet (siehe bitte Tabelle & Diagramm für neue SARS-Fälle). Nach Einschätzung von Experten soll die Reisewarnung für die letzte einzige SARS-gefärdete Stadt Peking spätestens bis Anfang Juli aufgehoben werden. Brundtland erklärte, die Ausbreitung der Krankheit könne als Nebenprodukt der Globalisierung betrachtet werden. Sars sei jedoch mit jahrhundertealten Mitteln eingedämmt worden, mit Quarantäne und der Überwachung möglicherweise Infizierter. Diese Methoden seien wahrscheinlich auch in Zukunft die effektivsten, da Medikamente nur begrenzt Wirkung zeigten. China habe großen Anstrengungen gegen SARS unternommen, lobte David Heymann, der Leiter der WHO-Abteilung für ansteckende Krankheiten bei einem Besuch in Peking. Den schnellen Rückgang der Fälle in China erklärte er durch die «massive Mobilisierung der Bevölkerung», Fieber zu messen und Fälle schnell zu entdecken sowie zu isolieren. Die Zeit vom Ausbruch von Symptomen bis zur Identifizierung sei zum Teil von vier auf einen Tag geschrumpft, so dass auch die Zahl der Kontaktpersonen reduziert werden konnte. Die niedrigere Todesrate in China erklärte Heymann durch das unterschiedliche Alter der Patienten. Anders als in Hongkong oder Singapur seien in China mehr junge Leute infiziert worden, die nicht so leicht an Sars sterben. Heymann forderte ein wirksames Beobachtungssystem, damit künftig schneller reagiert werden könne. China übermittelte der WHO unterdessen genaue Angaben zur Erstellung seiner Sars-Statistiken. «Einige unserer Fragen bezüglich der Informationen aus China sind beantwortet worden», sagte David Heymann. Anhand der neuen Informationen werde die WHO prüfen, ob die Reisewarnung gegen die chinesische Hauptstadt aufgehoben werden könne. Wirkstoff gegen SARS entdeckt Virusforscher der Universitätsklinik Frankfurt am Main haben einen Wirkstoff gegen die Lungenkrankheit Sars entdeckt, der womöglich besser als bisherige Mittel helfen könnte. Das berichtet die britische Fachzeitschrift "The Lancet" in ihrer jüngsten Ausgabe. Bei der Substanz handelt es sich dem Forscherteam zufolge um Glycyrrhizin. Glycyrrhizin wird aus der Süßholzwurzel gewonnen - jener Pflanze, aus der auch Lakritz hergestellt wird. Glycyrrhizin sei im Einsatz gegen HIV-1 und Hepatitis C-Viren bereits erfolgreich eingesetzt worden und könnte auch gegen das Sars-Virus helfen. "Es ist noch keine abschließende Antwort, wir arbeiten weiter an einem Gegenmittel", sagte der Frankfurter Professor Prakash Chandra. "The Lancet" zufolge wird bislang am häufigsten das Mittel Ribavirin gegen die Sars-Infektion eingesetzt, obwohl es noch kein tatsächlich wirksames Mittel gegen das Coronavirus gebe. Als problematisch bei Ribavirin bezeichnete Chandra auch die hohe Giftwirkung. "Bei einer so plötzlich auftretenden unbekannten Krankheit kann man nicht lange Experimente durchführen, sondern muss irgendetwas nehmen, was bei anderen Erkrankungen geholfen hat", verteidigte Chandra jedoch den Einsatz von Ribavirin. Glycyrrhizin hingegen habe trotz hoher Konzentration kaum Nebenwirkungen, sei langzeiterprobt, billig und nicht toxisch.
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Weitere Berichte:
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